Unternehmensbewertung mit der DCF-Methode

Was Ihr Unternehmen wert ist und wie Sie diesen Wert steuern.

Unternehmensbewertung mit DCF

Warum die Frage nach dem Unternehmenswert meist ungelegen kommt

Die wenigsten Geschäftsführer beschäftigen sich mit dem Wert ihres Unternehmens, solange es keinen konkreten Anlass gibt. Der Anlass kommt dann meist ungelegen: ein Investor, der anfragt, eine Bank, die Sicherheiten bewertet, ein Gesellschafter, der aussteigen will, oder eine Nachfolge, die geregelt werden muss. Wer erst in diesem Moment anfängt zu rechnen, verhandelt aus einer schwachen Position.

Der Unternehmenswert ist allerdings nichts, was man einmal jährlich ermittelt und dann ablegt. Er ergibt sich aus Entscheidungen, die im Tagesgeschäft fallen, etwa über Investitionen, Preise, Zahlungsziele oder die Finanzierung. Die Discounted-Cashflow-Methode, kurz DCF, macht diesen Zusammenhang nachvollziehbar.

Was die DCF-Methode misst

Hinter der Methode steht eine einfache Annahme. Ein Unternehmen ist so viel wert, wie es künftig an Zahlungsmitteln erwirtschaftet. Maßgeblich ist dabei weder der Umsatz noch der bilanzielle Gewinn, sondern der freie Cashflow.

Gemeint ist der Betrag, der übrig bleibt, wenn das operative Geschäft finanziert, die Steuern gezahlt und die notwendigen Investitionen getätigt sind. Über ihn können die Kapitalgeber verfügen.

Ein Euro, der erst in fünf Jahren fließt, ist heute allerdings weniger wert als ein Euro auf dem Konto. Deshalb folgt ein zweiter Rechenschritt.

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/discounted-cashflow-verfahren-54535

Welche Rolle spielen die Kapitalkosten?

Damit künftige Cashflows vergleichbar werden, rechnet man sie auf den Bewertungsstichtag zurück. Der Zinssatz dafür ist der WACC (Weighted Average Cost of Capital), der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz.

Der WACC berücksichtigt unter anderem:

  • Eigenkapitalkosten
  • Fremdkapitalkosten
  • Steuerliche Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen
  • Kapitalstruktur
  • Unternehmensrisiko

Der dritte Punkt wird häufig übersehen. Fremdkapitalzinsen mindern den steuerpflichtigen Gewinn, deshalb rechnet der WACC mit den Zinsen nach Steuern. Fremdkapital kostet ein Unternehmen also weniger, als der Zinssatz im Kreditvertrag vermuten lässt.

    Je höher das Risiko eines Unternehmens eingeschätzt wird, desto stärker werden künftige Cashflows abgezinst und desto geringer fällt der Unternehmenswert aus.

    Ein Beispiel macht die Größenordnung deutlich. Ein Cashflow von 1 Mio. EUR, der in fünf Jahren anfällt, ist bei 8 % Kapitalkosten heute rund 681.000 EUR wert. Bei 12 % sind es nur noch rund 567.000 EUR. Am operativen Geschäft ändert sich dabei nichts; den Unterschied macht allein die Risikoeinschätzung.

    Warum eine Mehrjahresplanung so wichtig ist

    Bewertet werden Erwartungen, keine Vergangenheitszahlen. Entsprechend hängt jede Bewertung an der Qualität der Planung, die ihr zugrunde liegt.

    Üblich sind drei bis fünf detailliert geplante Jahre, je nach Branche auch mehr. Für die Zeit danach wird ein Restwert angesetzt, auf den häufig der größere Teil des Unternehmenswerts entfällt. Wer nur die Planjahre betrachtet, kommt deshalb zu einem zu niedrigen Ergebnis.

    Sinnvoll ist außerdem, mehrere Szenarien zu rechnen. Neben dem Basisszenario als Referenzfall gehören dazu ein Wachstums- und ein Krisenfall. Der Vergleich zeigt, wie stabil der Unternehmenswert ist und welche Annahmen ihn am stärksten bewegen.

    https://www.idw.de/presse/pressemeldung/idw-veroeffentlicht-neufassung-des-bewertungsstandards-idw-s-1.html

    Gesamtunternehmenswert oder Wert für die Gesellschafter?

    In Verhandlungen entstehen an dieser Stelle die meisten Missverständnisse. Die DCF-Methode liefert zunächst den Gesamtunternehmenswert, also den Wert des Geschäfts für Eigen- und Fremdkapitalgeber zusammen. Was den Gesellschaftern zusteht, zeigt sich erst nach Abzug der Nettofinanzverbindlichkeiten, also der verzinslichen Schulden abzüglich der liquiden Mittel.

    Zwei Unternehmen mit identischem operativem Geschäft können deshalb sehr unterschiedlich viel wert sein, je nach Verschuldung. Bei jeder Wertangabe lohnt die Rückfrage, welche der beiden Größen gemeint ist.

    Wie BPS-ONE die Unternehmensbewertung unterstützt

    Ein wesentlicher Vorteil von BPS-ONE besteht darin, dass viele der benötigten Informationen bereits im System vorhanden sind:

    • Ist-Daten
    • Planwerte
    • Forecasts
    • Szenarien
    • Mehrjahresplanungen

    Sie erstellen die Bewertung direkt auf dieser Datenbasis, passen sie an und vergleichen mehrere Stände miteinander. Der Umweg über eine separate Tabellenkalkulation entfällt, ebenso die Frage, welcher Stand der aktuelle ist.

    https://bps-one.software/bps-one-planung/

    Unternehmenswert aktiv steigern

    Der Nutzen der Methode endet nicht bei der Zahl. Aus der Rechnung lässt sich ablesen, welche Maßnahmen den Wert am stärksten beeinflussen. Drei Hebel sind dabei maßgeblich.

    1. Cashflow erhöhen

    Höhere Profitabilität, ein schlankeres Working Capital und gezielt gesteuerte Investitionen wirken alle auf dieselbe Größe. Ein Unternehmen mit 20 Mio. EUR Umsatz, das die durchschnittliche Forderungslaufzeit von 60 auf 45 Tage senkt, setzt damit rund 820.000 EUR gebundenes Kapital frei, ohne zusätzlichen Umsatz.

    2. Risiken reduzieren

    Wer die Abhängigkeit von einzelnen Kunden, Lieferanten oder Märkten verringert, senkt die Kapitalkosten. Das hebt den Barwert sämtlicher künftiger Cashflows.

    3. Kapitalstruktur optimieren

    Dieser Hebel wird häufig überschätzt. Mehr Fremdkapital senkt den WACC nicht automatisch, denn mit steigender Verschuldung wächst das Risiko für die Eigenkapitalgeber und damit deren Renditeanspruch. Er wirkt nur so weit, wie das Risikoprofil des Unternehmens es zulässt.

    Anerkanntes Verfahren der Unternehmensbewertung

    Die DCF-Methode gehört zu den anerkannten Verfahren der Unternehmensbewertung. Ihr eigentlicher Nutzen liegt jedoch nicht in der Berechnung selbst, sondern in der Transparenz über die wesentlichen Werttreiber eines Unternehmens.

    Wer Cashflows, Risiken, Investitionen und Kapitalbindung aktiv steuert, verbessert seine Planung und erhöht langfristig den Unternehmenswert.

    Mit BPS-ONE lassen sich Unternehmensplanung, Forecasting, Szenariobetrachtung und Unternehmensbewertung in einem System verbinden. Die Bewertung wird damit zu einem Instrument der laufenden Steuerung statt einer jährlichen Pflichtübung.

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